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08.04.26

Druckratsche vs. Zugratsche (DoMulti): Unterschiede beim Vorspannen

Druckratsche oder Zugratsche? Beide Spannelemente spannen einen Zurrgurt, sie unterscheiden sich aber in der Bedienung und vor allem in der Vorspannkraft, die am Ende auf die Ladung wirkt. Dieser Vergleich stellt beide Bauarten am Beispiel des DoZurr 5000 von Dolezych gegenüber. Alle Modelle finden Sie in unserer Kategorie Zurrgurte und Spanngurte.

Die Unterschiede auf einen Blick

Die vier Gurte in diesem Vergleich sind 2-teilig, haben ein 50 mm breites Band aus PES und Profilhaken an beiden Enden. Sie unterscheiden sich vor allem im Spannelement.

Kriterium Druckratsche DoMulti-Zugratsche
Spannelement Druckratsche DoMulti Langhebelzugratsche
Zulässige Zugkraft (LC) 2500 daN 2500 daN
Vorspannkraft (STF) 300 daN 600 daN
Handkraft 50 daN laut Artikeltext keine Angabe in den Artikeldaten
Längen 8,00 m und 10,00 m 8,00 m und 10,00 m
Festende 500 mm beim 8-m-Gurt 500 mm beim 10-m-Gurt

Die Werte stammen aus den Artikeldaten des Herstellers. Maßgeblich ist das Etikett am Gurt.

DoZurr 5000 mit DoMulti-Zugratsche + Profilhaken, 8,00 m
Im Shop: DoZurr 5000 mit DoMulti-Zugratsche + Profilhaken, 8,00 m

Was Vorspannkraft beim Niederzurren bedeutet

Beim Niederzurren läuft der Gurt über die Ladung und drückt sie auf die Ladefläche. Die Reibung, die dadurch entsteht, hält die Ladung an ihrem Platz. Wie stark der Gurt drückt, hängt von der Vorspannkraft ab, die die Ratsche erzeugt. Sie steht als STF auf dem Etikett.

Hier liegt der wichtigste Unterschied: Bei gleicher zulässiger Zugkraft von 2500 daN nennt der Hersteller für die Druckratsche eine STF von 300 daN und für die DoMulti-Zugratsche eine STF von 600 daN. Die Zugratsche bringt laut Artikeldaten also die doppelte Vorspannkraft auf.

Wie viele Gurte Ihre Ladung braucht, ergibt allein die Berechnung nach den geltenden Regeln. Eine höhere STF kann das Ergebnis verändern. Rechnen Sie deshalb immer mit dem STF-Wert des Gurtes, den Sie tatsächlich verwenden.

Beim Direktzurren verbindet der Gurt die Ladung dagegen direkt mit dem Zurrpunkt am Fahrzeug. Hier zählt vor allem die zulässige Zugkraft LC. Weil beide Ratschen in diesem Vergleich dieselbe LC von 2500 daN haben, unterscheiden sie sich beim Direktzurren weniger als beim Niederzurren.

Die Druckratsche im Überblick

Die Druckratsche ist kompakt und an vielen Zurrgurten verbaut. Beim DoZurr 5000 mit Druckratsche und Profilhaken, 8 m nennt der Artikeltext eine Handkraft von 50 daN, die Vorspannkraft liegt bei 300 daN. Das Festende misst 500 mm, das Losende 7.500 mm.

Für längere Wege gibt es den DoZurr 5000 mit Druckratsche und Profilhaken, Nennlänge 10.000 mm. Auch er nennt eine LC von 2500 daN und eine STF von 300 daN.

Die Druckratsche passt gut, wenn Sie vor allem direkt zurren oder wenn die berechnete Vorspannkraft mit 300 daN je Gurt erreicht wird.

Die DoMulti-Zugratsche im Überblick

Die DoMulti ist eine Langhebelzugratsche. Der lange Hebel soll laut Hersteller eine komfortable Bedienung mit wenig Kraftaufwand ermöglichen. Der DoZurr 5000 mit DoMulti-Zugratsche und Profilhaken, 8,00 m nennt eine LC von 2500 daN und eine STF von 600 daN.

Der DoZurr 5000 mit DoMulti-Zugratsche und Profilhaken, 10,00 m hat ein Festende von 500 mm und ein Losende von 9.500 mm. Seine Artikeldaten nennen die Norm DIN EN 12195-2.

Die Zugratsche passt gut, wenn Sie häufig niederzurren und mit der höheren Vorspannkraft rechnen möchten. Bedenken Sie, dass der lange Hebel beim Spannen Platz braucht, etwa an der Bordwand oder zwischen dicht gestellter Ladung.

Einsatzbeispiele aus der Praxis

Niederzurren schwerer Ladung auf dem LKW

Wird Ladung über die Ladefläche gezurrt, etwa Baumaterial oder Maschinenteile, zählt die Vorspannkraft. Hier spielt die Zugratsche mit ihrer STF von 600 daN ihren Vorteil aus. Achten Sie auf Kantenschutz und auf gleichmäßig gespannte Gurte auf beiden Seiten.

Wechselnde Ladungen im Lager und auf dem Anhänger

Bei wechselnden Ladungen und kürzeren Wegen genügt oft die Druckratsche. Sie ist laut Artikeltext mit geringer Handkraft zu bedienen. Prüfen Sie für jede Ladung, ob die Vorspannkraft für Ihre Berechnung ausreicht.

Häufige Fragen

Ist die Zugratsche sicherer als die Druckratsche?

Beide Gurte haben dieselbe zulässige Zugkraft. Sicher wird die Ladung durch die richtige Berechnung, die passende Zurrart und einen geprüften Gurt, nicht allein durch die Bauart der Ratsche.

Kann ich Gurte mit verschiedenen Ratschen mischen?

Wenn Sie niederzurren, gehen unterschiedliche STF-Werte in die Berechnung ein. Rechnen Sie für jeden Gurt mit seinem eigenen Wert vom Etikett.

Wo steht die Vorspannkraft?

Die STF steht auf dem Etikett des Gurtes und in den technischen Daten des Artikels. Ist das Etikett nicht mehr lesbar, klären Sie anhand der Betriebsanleitung, ob der Gurt weiter verwendet werden darf.

So treffen Sie die Wahl

  1. Klären Sie, ob Sie überwiegend niederzurren oder direkt zurren.
  2. Berechnen Sie die nötige Sicherung für Ihre Ladung.
  3. Wählen Sie die Ratsche, deren STF und LC zur Berechnung passen.
  4. Wählen Sie die Länge passend zum Weg über die Ladung.

Alle Modelle finden Sie in der Kategorie Zurrgurte und Spanngurte. Fragen zur Auswahl beantworten wir unter +49 2237 628095-00, Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr.

Dieser Beitrag ist eine Auswahlhilfe – für Einsatz und Prüfung gilt die Betriebsanleitung des Herstellers.